Die DIN 18228 fordert für die Baugrunderkundung eine zuverlässige Bewertung der Untergrundverhältnisse. In Neubrandenburg mit seinen quartären Sanden und Geschiebemergeln reichen Bohrungen allein oft nicht aus. Was vor 15.000 Jahren die Gletscher der Weichsel-Kaltzeit hinterlassen haben, zeigt ein stark wechselndes Schichtprofil. Die Vertikale Elektrische Sondierung (VES) kartiert diese Wechsellagerungen zerstörungsfrei. Das Verfahren misst den spezifischen Widerstand in definierten Tiefenstufen und deckt auf, wo tragfähiger Sand in weichen Beckenton übergeht. Für Erkundungstiefen bis 50 Meter kombinieren wir die VES mit der seismischen Refraktion, wenn zusätzlich die dynamischen Bodenkennwerte für Erdbebennachweise nach DIN EN 1998-1/NA interessieren.
Eine VES-Messung in Neubrandenburg deckt verborgene Torflinsen und Geschiebemergel-Rücken auf, die mit punktuellen Bohrungen oft nicht zu fassen sind.
Unser Ansatz
Lokaler geotechnischer Kontext
Zwischen dem morastigen Uferbereich des Tollensesees und den sandigen Hochflächen am Datzeberg liegen geoelektrisch Welten. Am See dominieren Niedermoorböden und Faulschlamm mit extrem niedrigen Widerständen unter 15 Ohm·m – ein Albtraum für jede Flachgründung. Auf der Hochfläche hingegen herrschen gut drainierte, kiesige Sande mit Werten über 300 Ohm·m vor. Wer in der Oststadt baut, hat oft mit Auffüllungen zu kämpfen, die in den 1970er-Jahren eingebracht wurden und heterogene Widerstandsbilder zeigen. Die VES zeigt diese Kontraste verlässlich an. Wird ohne geophysikalische Vorerkundung geplant, drohen Fehleinschätzungen des Baugrunds, die im Nachhinein teure Pfahlgründungen oder Bodenaustausch erzwingen. Die Kenntnis der quartären Genese der Stadt hilft, die Messwerte richtig zu interpretieren.
Videomaterial
Normativer Rahmen
DIN 18228: Baugrund – Geotechnische Erkundung, DIN EN 1997-2: Eurocode 7 – Ergänzende Regelungen zur Erkundung, DIN EN 1998-1/NA: Nationaler Anhang – Erdbebenzonen
Verwandte Dienstleistungen
Vertikale Elektrische Sondierung (VES)
Messkampagne mit Wenner-Array auf Ihrem Baufeld. Inklusive Kalibrierung an vorhandenen Bohrungen und Erstellung eines geoelektrischen Schichtmodells, das die Grundlage für das Baugrundgutachten nach DIN 18228 bildet.
Geophysikalische Baugrundbewertung
Zusammenführung von VES-Daten mit Bohrprofilen und Laborwerten. Wir interpretieren Widerstandskontraste im Hinblick auf Tragfähigkeit, Setzungsverhalten und Versickerungseignung für Ihr konkretes Bauvorhaben.
Typische Parameter
Häufige Fragen
Mit welchen Kosten muss ich für eine VES-Messung rechnen?
Der Referenzbereich für diese Leistung in Neubrandenburg liegt bei €620 - €1020. Der Endpreis hängt vom Projektumfang ab.
