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Seismik in Neubrandenburg

Die Kategorie Seismik umfasst alle geophysikalischen Untersuchungsverfahren, die sich mit der Ausbreitung seismischer Wellen im Untergrund befassen. In Neubrandenburg ist dieses Fachgebiet von besonderer Bedeutung, da die Region zwar nicht zu den klassischen Erdbebenzonen Deutschlands zählt, jedoch spezifische geogene Risiken wie glazial vorbelastete Sedimente und potenzielle Bodenverflüssigung aufweist. Die seismische Erkundung liefert hier unverzichtbare Daten für die Baugrundbeurteilung und gewährleistet die Standsicherheit von Bauwerken über ihren gesamten Lebenszyklus.

Der geologische Untergrund Neubrandenburgs ist geprägt durch die Weichsel-Kaltzeit. Mächtige Geschiebemergelschichten wechsellagern mit Sanden und Kiesen, die in Totelslöchern und subglazialen Rinnen abgelagert wurden. Diese heterogene Schichtenfolge erfordert eine hochauflösende Erkundung, da eingelagerte Beckenschluffe und Feinsande unter dynamischer Belastung zur Entfestigung neigen können. Eine zentrale Fragestellung ist hier die Bodenverflüssigungsanalyse, die das Verflüssigungspotenzial wassergesättigter, locker gelagerter Sande bei Erschütterungen bewertet.

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Für seismische Untersuchungen in Deutschland ist die DIN 19700 für Stauanlagen sowie die DIN EN 1998-1 (Eurocode 8) in Verbindung mit dem nationalen Anhang DIN EN 1998-1/NA maßgeblich. Letztere ordnet Neubrandenburg der Erdbebenzone 0 zu, schreibt jedoch für Bauwerke der Bedeutungskategorien III und IV standortspezifische seismische Untersuchungen vor. Ergänzend regelt die DIN 4150 die Erschütterungseinwirkungen auf bauliche Anlagen. Die Seismische Mikrozonierung konkretisiert diese Normen auf kommunaler Ebene und kartiert Untergrundverstärkungseffekte, die in Beckenstrukturen mit weichen Sedimentfüllungen auftreten können.

Typische Projekte, die seismische Leistungen erfordern, sind der Neubau von Windenergieanlagen auf den Höhenrücken um Neubrandenburg, die Errichtung von Mehrgeschossbauten in der Innenstadt sowie Infrastrukturvorhaben wie das geplante Fernwärmenetz. Auch die Nachverdichtung auf innerstädtischen Brachflächen verlangt nach einer zuverlässigen Baugrundvorerkundung mittels Refraktions- und Multichannel-Analysis-of-Surface-Waves (MASW). Die gewonnenen Scherwellengeschwindigkeiten fließen direkt in die Bodenklassifizierung nach DIN EN 1998-1 ein und bilden die Basis für fundierte Gründungsempfehlungen.

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Verfügbare Leistungen

Bodenverflüssigungsanalyse

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Seismische Mikrozonierung

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Häufige Fragen

Was versteht man unter Seismik in der Baugrunderkundung?

Seismik bezeichnet zerstörungsfreie geophysikalische Messverfahren, bei denen künstlich erzeugte elastische Wellen in den Untergrund gesendet werden. Aus den Laufzeiten und Amplituden der reflektierten oder refraktierten Signale lassen sich Schichtgrenzen, Materialkennwerte und dynamische Bodenparameter ableiten. Sie ist ein Kernbestandteil der geotechnischen Vorerkundung.

Warum ist die seismische Baugrunderkundung in Neubrandenburg relevant, obwohl es keine Erdbebenzone ist?

Die Relevanz ergibt sich aus den glazial vorbelasteten Lockergesteinen. Totelslöcher und Rinnenfüllungen können setzungsempfindliche oder verflüssigungsgefährdete Schichten enthalten. Zudem schreibt die DIN EN 1998-1 für bestimmte Bauwerksklassen standortspezifische Untersuchungen vor, um das Antwortspektrum des Untergrunds zu ermitteln.

Welche seismischen Verfahren kommen in der Region typischerweise zum Einsatz?

In Neubrandenburg dominieren Refraktionsseismik zur Ermittlung der Felsoberkante und des Grundwasserleiters sowie Multichannel-Analysis-of-Surface-Waves (MASW) zur Bestimmung von Scherwellengeschwindigkeitsprofilen. Diese Verfahren eignen sich besonders für die heterogenen quartären Sedimentabfolgen und liefern Parameter für die Bodenklassifizierung.

Welche Normen regeln die Durchführung seismischer Messungen in Deutschland?

Die Durchführung wird durch die DIN EN 1998-1 (Eurocode 8) mit nationalem Anhang, die DIN 4150 für Erschütterungen im Bauwesen sowie die Empfehlungen des Arbeitskreises 'Baugrunddynamik' der DGGT geregelt. Für spezielle Bauwerke wie Stauanlagen ist die DIN 19700 einschlägig. Die Normen definieren Messgeometrien, Auswerteverfahren und Sicherheitsbeiwerte.

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