In Neubrandenburg treffen zwei geologische Welten aufeinander: Der sandige, gut drainierende Untergrund im Norden rund um den Tollensesee verhält sich völlig anders als die bindigen Geschiebemergel im Süden nahe der Datze-Niederung. Wer ein Bauvorhaben im Stadtgebiet plant, muss diese Unterschiede in der Injektionsbemessung präzise abbilden. Eine Pauschalannahme führt schnell zu Fehlmengen oder unzureichender Abdichtung. In der Oststadt dominieren pleistozäne Sande mit Kieslagen, während im Zentrum und westlich der B 96 oft wechsellagernde Böden mit Geschiebelehm anstehen. Unsere Injektionsbemessung berücksichtigt diese lokalen Schichtprofile detailliert: Wir definieren Injektionsdruck, Mischungsrezeptur und Bohrlochabstände in Abhängigkeit vom tatsächlich anstehenden Boden, nicht nach Tabellenbuch. Gerade bei der Unterfangung von Altbauten in der Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg, wo oft nachverdichteter Schutt im Untergrund liegt, ist eine Sondierung mit SPT-Bohrung zur Ermittlung der Lagerungsdichte vor der Injektionsplanung unverzichtbar.
In den sandigen Böden Neubrandenburgs entscheidet die rheologische Abstimmung der Suspension über Penetration oder unkontrolliertes Aufreißen.
Unser Ansatz
Lokaler geotechnischer Kontext
In den Randgebieten von Neubrandenburg, speziell im Bereich der ehemaligen Kiesgruben am Datzeberg, sehen wir immer wieder, dass eine unzureichende Vorerkundung zu massiven Nachtragsangeboten führt. Dort liegen geschichtete, teils locker gelagerte Sande mit eingeschalteten Geschiebemergellinsen, die sich mit einem reinen Penetrationsansatz nicht homogen vergüten lassen. Ohne eine auf die lokale Geologie abgestimmte Injektionsbemessung besteht die Gefahr, dass die injizierte Säule nicht den geforderten Durchmesser erreicht oder Injektionsgut in nicht vorgesehene Schichten abwandert. Die Folge sind Setzungsdifferenzen, die gerade bei den geplanten Mehrfamilienhäusern entlang der Woldegker Straße zu Rissen in der aufgehenden Bausubstanz führen. Die DIN EN 12715 verlangt daher zwingend eine verfahrensbezogene Bemessung mit Festlegung von Abbruchkriterien für jeden Injektionspunkt – ein reiner Volumenansatz ohne Drucküberwachung ist in Neubrandenburgs heterogenem Baugrund nicht zulässig und wird von uns nicht praktiziert.
Videomaterial
Normativer Rahmen
DIN EN 12715:2020-11 – Ausführung von Arbeiten im Spezialtiefbau: Injektionen, DIN EN 1997-1:2014-03 – Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik, DIN EN ISO 17892-4:2017-04 – Laborversuche an Bodenproben – Bestimmung der Korngrößenverteilung, DIN 18134:2012-04 – Plattendruckversuch, DIN 4093:2015-11 – Bemessung von verfestigten Bodenkörpern
Verwandte Dienstleistungen
Geotechnische Vorerkundung
Durchführung von SPT-Bohrungen und Rammsondierungen zur Ermittlung der Lagerungsdichte und Schichtgrenzen im Injektionsbereich. Dokumentation nach DIN EN ISO 22475-1.
Rheologische Prüfung
Bestimmung der Marsh-Zeit, Absetzstabilität und Druckfestigkeit des Injektionsguts im Labor. Optimierung des w/z-Werts für den anstehenden Boden in Neubrandenburg.
Injektionsplanung und Bemessung
Festlegung von Rasterabständen, Injektionsdruckstufen und Abbruchkriterien. Berechnung des erforderlichen Vergütungsgrads für die geforderte Durchlässigkeit.
Qualitätssicherung vor Ort
Plattendruckversuche und Kernbohrungen nach der Aushärtung. Verformungsmodul Ev2 und einaxiale Druckfestigkeit als Abnahmekriterium für den vergüteten Bodenkörper.
Typische Parameter
Häufige Fragen
Was kostet eine Injektionsbemessung für ein Einfamilienhaus in Neubrandenburg?
Für ein typisches Einfamilienhaus in Neubrandenburg liegt die Injektionsbemessung samt Vorerkundung und Laborprüfung zwischen €1.020 und €4.320, abhängig vom Erkundungsumfang und der Komplexität des Baugrundprofils. Enthalten sind die rheologische Prüfung der Suspension, das Bemessungskonzept und der abschließende QS-Plan.
Welche Injektionsverfahren sind für die Sandböden in Neubrandenburg geeignet?
In den überwiegend sandigen, gut durchlässigen Böden Neubrandenburgs setzen wir bevorzugt das Penetrationsverfahren ein. Dabei dringt die Zementsuspension unter niedrigem Druck in den Porenraum ein, ohne das Korngerüst zu zerstören. Bei Feinsanden mit Schluffanteilen, wie sie im Datze-Tal vorkommen, kann ein vorgeschaltetes Soil Fracturing erforderlich sein.
Wie wird die Qualität der Injektionsarbeiten in Neubrandenburg nachgewiesen?
Die Qualitätssicherung erfolgt zweistufig: Während der Ausführung dokumentieren wir Injektionsdruck und -volumen pro Punkt. Nach der Aushärtung führen wir Plattendruckversuche nach DIN 18134 durch und entnehmen Kernbohrungen, um die einaxiale Druckfestigkeit des verfestigten Bodens zu bestimmen.
Welche Normen gelten für die Injektionsbemessung in Deutschland?
Maßgebend ist die DIN EN 12715:2020-11 für die Ausführung von Injektionen im Spezialtiefbau. Für die Bemessung gilt der Eurocode 7 (DIN EN 1997-1). Die Laborversuche erfolgen nach DIN EN ISO 17892, die Feldversuche nach DIN 18134.
Können auch nachträglich Setzungsrisse an Bestandsgebäuden in Neubrandenburg mit Injektionen saniert werden?
Ja, die Unterpressung von Bestandsfundamenten mit Compaction Grouting ist ein etabliertes Verfahren, um Setzungen zu stoppen und Gebäude gegebenenfalls wieder anzuheben. In Neubrandenburg haben wir damit bereits mehrere Altbauten in der Innenstadt saniert, deren Fundamente auf locker gelagerten Auffüllungen standen. Mehr Info.
