GEOTECHNIK
Neubrandenburg, Germany
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Aktive/passive Verankerungsbemessung in Neubrandenburg: Geotechnische Lösungen für den Vier-Tore-Stadt Untergrund

Der Wiederaufbau Neubrandenburgs nach 1945 mit den markanten Plattenbauten und die spätere Stadtkernsanierung nach 1990 haben das heutige geotechnische Profil maßgeblich geprägt. Unter der Asphaltdecke und den Grünflächen der Innenstadt treffen wir auf einen komplexen Schichtaufbau aus Geschiebemergel des Pommerschen Stadiums der Weichsel-Kaltzeit, durchsetzt mit glazialen Sandlinsen und Findlingen. Für tiefe Baugruben in der Innenstadt, etwa bei der Nachverdichtung entlang der Stargarder Straße, reichen konventionelle Rückverankerungen oft nicht aus. Die Ankerlängen müssen exakt auf die oft in 3 bis 6 Metern Tiefe anstehenden Mergelschichten abgestimmt werden. In Kombination mit einem vorgeschalteten Sondierprogramm mittels CPT-Versuch lassen sich die Kriechparameter des Mergels präzise erfassen, was für die Dauerstandsicherheit der Verpressanker entscheidend ist.

Verpressanker in Neubrandenburg müssen die Kriechneigung des weichselzeitlichen Geschiebemergels und die saisonalen Grundwasserschwankungen im Urstromtal gleichermaßen beherrschen.

Unser Ansatz

Bei der Herstellung einer tiefen Baugrube für ein neues Parkhaus nahe dem Tollensesee standen wir vor einem klassischen Neubrandenburger Problem: eine Wechselfolge aus schluffigem Feinsand und steifem Geschiebemergel, die nach Starkregen zu Schichtwasserzutritten neigt. Der Auftraggeber benötigte eine rückverankerte Trägerbohlwand mit aktiven Litzenankern, die zugleich die Zugkräfte aus dem Erddruck und die unplanmäßigen Sickerwasserströmungen aufnehmen musste. Unsere Bemessung nach DIN EN 1997-1:2009-09 und DIN 1054:2010 sah gestaffelte Anker mit Längen zwischen 9 und 15 Metern vor, wobei die untere Ankerlage in den tragfähigen Mergel einbindet. Die zulässige Ankerkraft wurde durch Eignungsprüfungen an drei Referenzankern verifiziert, ergänzt durch eine begleitende Korngrößenanalyse zur genauen Klassifikation der verpressten Bodenschichten. So stellen wir sicher, dass die Mantelreibungswerte nicht auf Annahmen, sondern auf messbaren Kennwerten beruhen.
Aktive/passive Verankerungsbemessung in Neubrandenburg: Geotechnische Lösungen für den Vier-Tore-Stadt Untergrund

Lokaler geotechnischer Kontext

Die DIN EN 1997-1:2009-09 fordert für den Nachweis der äußeren Standsicherheit (GEO-3) eine explizite Berücksichtigung der Ankerkriechmaße im Gebrauchszustand. In Neubrandenburg ist das besonders relevant, weil der Geschiebemergel bei Überschreitung von etwa 60 Prozent der Bruchlast zu viskosen Kriechverformungen neigt, die innerhalb weniger Wochen mehrere Zentimeter Ankerkopfverschiebung verursachen können. Ein weiterer kritischer Punkt sind die saisonalen Grundwasserschwankungen im Urstromtal der Tollense: ein winterlicher Anstieg um 1,20 Meter ist keine Seltenheit und erhöht den wirksamen Erddruck auf die Baugrubensicherung erheblich. Wird der Bemessungswasserstand unterschätzt, droht ein hydraulischer Grundbruch der Baugrubensohle oder ein plötzlicher Kraftanstieg in den unteren Ankerlagen, der die zulässige Stahldehnung überschreitet und zum Versagen einzelner Litzen führen kann.

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Videomaterial

Normativer Rahmen

DIN EN 1997-1:2009-09 (Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik), DIN 1054:2010-12 (Baugrund – Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau), DIN EN 1537:2014-07 (Ausführung von Arbeiten im Spezialtiefbau – Verpressanker), DIN 4125:2015-10 (Verpressanker – Kurzzeit- und Dauerstandsicherheit), EAU 2012 (Empfehlungen des Arbeitsausschusses Ufereinfassungen)

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Typische Parameter

ParameterTypischer Wert
Ankertypen nach LastabtragAktiv (vorgespannt) und passiv (Krafteintrag nur bei Verformung)
Üblicher Ankerneigungswinkel20° bis 35° je nach Platzverhältnissen und Leitungsbestand
BemessungsnormDIN EN 1997-1:2009-09 (EC 7-1) in Verbindung mit DIN 1054:2010
Verpresskörper-Durchmesser120 bis 200 mm bei Nachverpressung im Mergel
PrüfverfahrenEignungsprüfung (3 Anker) + Abnahmeprüfung (100% der Anker)
Charakteristische Mantelreibung (Mergel)160 bis 280 kN/m² je nach Konsistenz und Tiefenlage
Freie Stahllänge (Litzenanker)Mindestens 5 m hinter der kritischen Gleitfläche
Wiederverpressbare SystemeManchettenrohr-Technik für mehrstufige Nachinjektion

Häufige Fragen

Wann ist in Neubrandenburg ein aktiver Anker einem passiven Anker vorzuziehen?

Aktive Anker setzen wir immer dann ein, wenn Verformungen an der Baugrubenwand oder am benachbarten Bestand auf wenige Millimeter begrenzt werden müssen – etwa bei Baugruben direkt an der Friedländer Straße mit angrenzender Blockrandbebauung aus den 1960er Jahren. Der aktive Anker wird sofort nach dem Verpressen auf die Prüflast vorgespannt und schließt die Verformungslücke zwischen Ankerkopf und Boden. Passive Anker hingegen benötigen eine messbare Verschiebung des Gebirges, um ihre Kraft aufzubauen, und sind daher für setzungsunempfindliche Böschungen oder unbebaute Hänge am Datzeberg wirtschaftlicher.

Welche Prüfungen sind bei Verpressankern in Neubrandenburg gesetzlich vorgeschrieben?

Nach DIN EN 1537 und DIN 4125 sind bei jedem Bauvorhaben Eignungsprüfungen an mindestens drei Ankern vor Produktionsbeginn durchzuführen. Diese werden stufenweise bis zur 1,25-fachen Bemessungslast belastet, und das Kriechmaß wird über 15 Minuten dokumentiert. Anschließend erfolgt an jedem einzelnen Produktionsanker die Abnahmeprüfung, bei der die scheinbare freie Stahllänge aus dem Spannwegdiagramm ermittelt und mit der rechnerischen Länge verglichen wird. Abweichungen über 20 Prozent erfordern eine Nachbemessung.

Mit welchen Kosten muss ich für eine Verankerungsbemessung in Neubrandenburg rechnen?

Die Ingenieurleistungen für eine vollständige Ankerbemessung inklusive Statik, Ausführungszeichnungen und Prüfanweisungen bewegen sich je nach Baugrubengröße und Ankeranzahl zwischen €810 und €3.080. Kleinere Projekte mit bis zu 15 Ankern liegen im unteren Bereich, während komplexe Baugruben mit mehreren Ankerlagen, Nachverpressung und messtechnischer Überwachung die obere Spanne erreichen.

Können Verpressanker im Neubrandenburger Geschiebemergel dauerhaft standsicher ausgeführt werden?

Ja, das ist bei korrekter Bemessung und Ausführung problemlos möglich. Entscheidend ist die Einhaltung der zulässigen Kriechlast, die im Mergel typischerweise bei 60 bis 65 Prozent der Bruchlast liegt. Durch eine mehrstufige Nachverpressung mit Zementsuspension (w/z-Wert 0,4 bis 0,5) lässt sich der Verpresskörper zusätzlich vergrößern und die Mantelreibung um 30 bis 50 Prozent steigern. Für Daueranker mit einer Nutzungsdauer über zwei Jahren fordern wir zusätzlich einen zweifachen Korrosionsschutz nach DIN EN 1537, Klasse II.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Neubrandenburg und Umgebung.

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