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Neubrandenburg, Germany
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Pfahlgründungsbemessung in Neubrandenburg – Tragfähigkeit im Moränenboden absichern

Die Annahme, dass der Baugrund in Neubrandenburg überall gleich tragfähig ist, führt regelmäßig zu kostspieligen Verzögerungen. Gerade im Stadtgebiet wechseln sich sandige Kuppen und bindige Senken auf engstem Raum ab – ein typisches Relikt der Weichsel-Kaltzeit. Wer hier ohne eine belastbare Pfahlgründungsbemessung plant, riskiert Setzungsdifferenzen, die schon bei viergeschossigen Wohnbauten zu Rissen im Rohbau führen können. Unser Team begleitet seit Jahren Projekte in der Vier-Tore-Stadt und kennt die Tücken des lokalen Geschiebemergels: mal steif, mal fast fließfähig, je nach Wasserandrang aus der Tollense-Niederung. Deshalb setzen wir bei der Pfahlgründungsbemessung auf eine Kombination aus Drucksondierungen und ergänzenden Laborversuchen, bevor wir auch nur einen einzigen Lastfall rechnen. Die Korngrößenanalyse liefert dabei die granulometrische Basis, um die Mantelreibung realistisch abzuschätzen, und mit dem CPT-Versuch erfassen wir lückenlos die Lagerungsdichte in Tiefen, die eine Bohrung allein nicht auflösen kann.

Im Neubrandenburger Geschiebemergel entscheidet nicht allein die Pfahlspitzentragfähigkeit, sondern die realistische Abschätzung negativer Mantelreibung aus nachsackenden Auffüllungen.

Unser Ansatz

Neubrandenburgs städtebauliche Expansion nach der Wende hat das geotechnische Bild nachhaltig verändert. Wo in den 1990er-Jahren großflächig Plattenbauten saniert und neue Gewerbeflächen im Norden erschlossen wurden, liegen heute Auffüllungen über ursprünglichen Beckenschluffen. Diese anthropogene Überprägung erfordert eine Pfahlgründungsbemessung, die nicht nur die aktuelle Baugrundsituation, sondern auch die Vorbelastungsgeschichte des Untergrunds einbezieht. In der Katharinenvorstadt etwa treffen wir häufig auf Geschiebemergel mit eingelagerten Kreideschollen – ein Material, das bei Wasserkontakt innerhalb von Stunden seine Konsistenz verliert. Für solche Fälle kombinieren wir die Pfahlgründungsbemessung gezielt mit einer In-situ-Durchlässigkeitsmessung, um den Porenwasserüberdruck während der Rammung zu prognostizieren. Die normativen Vorgaben der DIN EN 1997-1 in Verbindung mit DIN 1054 bilden dabei das Rückgrat jeder Berechnung, ergänzt durch die Erfahrung aus über 200 Bohrprofilen im Stadtgebiet.
Pfahlgründungsbemessung in Neubrandenburg – Tragfähigkeit im Moränenboden absichern

Lokaler geotechnischer Kontext

Das Kontinentalklima Mecklenburg-Vorpommerns mit seinen langen, nassen Wintern und der anschließenden Frühjahrstrockenheit setzt dem Baugrund in Neubrandenburg stark zu. In den Monaten März und April, wenn der Tollensesee Hochwasser führt und der Grundwasserspiegel um bis zu 1,80 Meter ansteigt, verwandeln sich die Geschiebemergelschichten in eine zähe, plastische Masse. Eine Pfahlgründungsbemessung, die diesen jahreszeitlichen Extremzustand ignoriert, unterschätzt die erforderliche Pfahllänge schnell um mehrere Meter. Besonders tückisch sind die Randbereiche der Sanderflächen, wo unter trockenen Deckschichten oft wasserführende Feinsandlinsen lagern. Bei Rammarbeiten ohne vorherige Erkundung kann es hier zu hydraulischem Grundbruch kommen. Wir dimensionieren die Pfahlgründung deshalb stets für den ungünstigsten Lastfall 'Aufweichen plus Vollwasser', und sichern die Annahmen durch ergänzende Triaxialversuche ab, die das undränierte Scherverhalten des lokalen Mergels präzise abbilden.

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Videomaterial

Normativer Rahmen

DIN EN 1997-1:2014-03 (Eurocode 7 – Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik), DIN 1054:2021-04 (Baugrund – Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau), EA-Pfähle, 2. Auflage (Empfehlungen des Arbeitskreises 'Pfähle'), DIN EN 1992-1-1 mit DIN EN 1992-1-1/NA (Bemessung Stahlbetonpfähle)

Verwandte Dienstleistungen

01

Geotechnische Vorerkundung & Pfahlauslegung

Festlegung des Erkundungsprogramms nach DIN 4020, Durchführung von Bohr- und Sondierkampagnen sowie Ableitung charakteristischer Pfahlwiderstände. Inklusive Baugrundgutachten mit Pfahlvorschlag.

02

Numerische Bemessung & Setzungsberechnung

Analytische und numerische Berechnung der axialen Tragfähigkeit, Gruppenwirkung und Setzungsmulde. Berücksichtigung wechselnder Steifigkeiten, wie sie im Übergang vom Sander zum Beckenschluff auftreten.

03

Qualitätsüberwachung & Pfahlprobebelastung

Begleitung der Pfahlherstellung, Auswertung dynamischer Probebelastungen und Abnahme der statischen Nachweise. Sicherstellung, dass die ausgeführte Gründung den Annahmen der Bemessung entspricht.

Typische Parameter

ParameterTypischer Wert
Normative GrundlageDIN EN 1997-1 (EC 7-1) mit DIN 1054:2021-04
Erkundungstiefe (Regelfall)≥ 3-facher Pfahlschaftdurchmesser unter Pfahlfuß
BemessungsverfahrenErfahrungswerte nach EA-Pfähle, ergänzt durch CPT-basierte Verfahren
Berücksichtigte PfahltypenRammpfähle, Bohrpfähle, Verdrängungspfähle, Mikropfähle
SetzungsprognoseIterative Last-Setzungs-Berechnung mit Steifemodul-Profil
Qualitätssicherung LaborDIN EN ISO 17892-Reihe, akkreditiert nach DIN EN ISO/IEC 17025
Erkundungshäufigkeit≥ 3 direkte Aufschlüsse pro Bauwerk, ab 200 m² Grundfläche

Häufige Fragen

Welche Pfahltypen sind für den Baugrund in Neubrandenburg am besten geeignet?

Im Stadtgebiet dominieren Geschiebemergel und Beckenschluffe mit teils hohem Wasserandrang. Verdrängungspfähle mit Fußaufweitung eignen sich gut, wenn unterhalb 8 Meter tragfähiger Sand ansteht. Bei mächtigen bindigen Schichten im Tollense-Einzugsgebiet setzen wir eher auf Bohrpfähle, da sie erschütterungsarm hergestellt werden können und die Mantelreibung im Mergel präziser aktivieren.

Mit welchen Kosten muss ich für eine Pfahlgründungsbemessung rechnen?

Für eine belastbare Pfahlgründungsbemessung inklusive Baugrunderkundung, Laborversuchen und statischem Nachweis liegen die Kosten je nach Projektgröße und Pfahlanzahl zwischen €1.360 und €4.960. Der genaue Aufwand richtet sich nach dem erforderlichen Erkundungsumfang und der Komplexität des Schichtenprofils.

Wie tief müssen Pfähle in Neubrandenburg abgesetzt werden?

Das hängt stark vom Mikrostandort ab. In den Sandergebieten östlich des Stadtzentrums erreichen wir tragfähige Horizonte oft schon bei 6 bis 8 Metern. In der Innenstadt und nahe der Tollense kann der steife Mergel jedoch erst ab 12 oder 14 Metern anstehen. Entscheidend ist die CPT-Sondierung, die uns die genaue Tiefenlage der tragenden Schicht liefert.

Unterscheidet sich die Bemessung für ein Einfamilienhaus von der für ein Mehrfamilienhaus?

Ja, und zwar erheblich. Beim Einfamilienhaus arbeiten wir oft mit Einzelpfählen unter Stahlbetonfertigteilen, während das Mehrfamilienhaus eine Pfahlgruppe mit Interaktionseffekten erfordert. Die Gruppenwirkung reduziert den Einzelwiderstand, was in der Bemessung durch einen Gruppenfaktor nach EA-Pfähle zu berücksichtigen ist. Auch die Setzungsmulde fällt bei Gruppen deutlich breiter aus.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Neubrandenburg und Umgebung.

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