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In-Situ-Prüfungen in Neubrandenburg

Die Kategorie der In-Situ-Prüfungen umfasst alle direkten Untersuchungsverfahren, die unmittelbar auf der Baustelle – also vor Ort – durchgeführt werden, um die Eigenschaften des anstehenden Bodens oder der künstlichen Auffüllungen zu bestimmen. In Neubrandenburg sind diese Feldversuche von zentraler Bedeutung, da sie eine realitätsnahe Bewertung der Tragfähigkeit, Verdichtung und Durchlässigkeit des Untergrundes ermöglichen, ohne dass Proben für das Labor entnommen und unter veränderten Bedingungen getestet werden müssen. Die Ergebnisse solcher Prüfungen bilden die unverzichtbare Grundlage für die statische Bemessung von Gründungen, die Beurteilung der Standsicherheit von Verkehrswegen und die Qualitätssicherung im Erdbau. Angesichts der heterogenen Bodenverhältnisse in der Region liefern In-Situ-Prüfungen die entscheidenden Kennwerte, um wirtschaftlich zu bemessen und Bauschäden durch unzureichende Verdichtung oder Setzungen vorzubeugen.

Die geologischen Bedingungen im Raum Neubrandenburg sind maßgeblich durch die Weichsel-Kaltzeit geprägt. Die typische Schichtenfolge besteht aus sandigen und kiesigen Ablagerungen der Grundmoränen und Schmelzwasserablagerungen, die oft von bindigen Geschiebemergelschichten durchzogen werden. In den Niederungen der Tollense und des Lindebachs finden sich zudem organische Weichschichten wie Torf und Mudde, die äußerst setzungsempfindlich und kaum tragfähig sind. Diese Wechsellagerung von tragfähigen Sanden und gering tragfähigen bindigen oder organischen Böden macht eine sorgfältige Erkundung unerlässlich. Gerade die Bestimmung der Lagerungsdichte der Sande und der Konsistenz der bindigen Böden direkt im Untergrund ist hier entscheidend, da Laborversuche an gestörten Proben die tatsächlichen Verhältnisse oft nicht korrekt wiedergeben können.

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Sämtliche In-Situ-Prüfungen in Deutschland unterliegen strengen normativen Vorgaben, die die Vergleichbarkeit und Qualität der Ergebnisse sicherstellen. Das zentrale Regelwerk ist die DIN EN 1997-2 (Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik – Teil 2: Erkundung und Untersuchung des Baugrunds), ergänzt durch den nationalen Anhang DIN EN 1997-2/NA. Für die Verdichtungskontrolle im Erdbau ist die DIN 18196 für die Bodenklassifikation sowie die ZTV E-StB (Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau) maßgeblich. Spezifische Prüfverfahren wie der Plattendruckversuch (PLT) werden nach DIN 18134 durchgeführt, während die Felddichtebestimmung im Sandkegelverfahren nach DIN 18125-2 erfolgt. Diese Normen definieren exakt den Versuchsaufbau, die Durchführung und die Auswertung, um belastbare und justiziable Ergebnisse zu gewährleisten.

Die Anwendungsbereiche für In-Situ-Prüfungen in Neubrandenburg sind vielfältig und betreffen nahezu jedes Bauvorhaben. Im Hochbau werden sie benötigt, um die Gründungssohle von Einfamilienhäusern oder größeren Wohn- und Gewerbebauten abzunehmen und die im Baugrundgutachten geforderten Verdichtungs- und Tragfähigkeitswerte nachzuweisen. Der Straßen- und Kanalbau ist ohne kontinuierliche Eigentüberwachung und Kontrollprüfungen mittels Plattendruckversuch nicht denkbar, da hier die Verformungsmoduln Ev2 und Ev1 der Tragschichten und des Planums streng einzuhalten sind. Gleiches gilt für die Herstellung von Baugruben und Hinterfüllungen, wo die Felddichtebestimmung die Überprüfung des erreichten Verdichtungsgrades DPr ermöglicht. Auch bei der Sanierung von Altlasten oder der Errichtung von Anlagen für erneuerbare Energien, wie Windkraftfundamenten, sind diese Prüfungen essentieller Bestandteil des Qualitätsmanagements.

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Verfügbare Leistungen

Felddichtebestimmung (Sandkegelverfahren)

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Plattendruckversuch (PLT)

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Häufige Fragen

Was versteht man unter In-Situ-Prüfungen in der Geotechnik?

In-Situ-Prüfungen sind Feldversuche, die direkt am gewachsenen oder geschütteten Boden durchgeführt werden, um dessen mechanische und physikalische Eigenschaften im ungestörten Zustand zu ermitteln. Im Gegensatz zu Laborversuchen erfassen sie die natürliche Lagerung, Spannungsgeschichte und das Gefüge des Bodens. Typische Beispiele sind Plattendruckversuche zur Bestimmung der Tragfähigkeit oder Dichtebestimmungen zur Kontrolle der Verdichtung.

Warum sind In-Situ-Prüfungen in Neubrandenburg besonders wichtig?

Die Geologie in Neubrandenburg ist durch eiszeitliche Ablagerungen mit stark wechselnden Schichten aus Sanden, Geschiebemergel und organischen Böden wie Torf geprägt. Diese Heterogenität birgt das Risiko unvorhergesehener Setzungen. In-Situ-Prüfungen sind hier unverzichtbar, um die tatsächliche Tragfähigkeit und Verdichtung dieser inhomogenen Böden punktgenau zu bewerten und die Gründung sicher zu dimensionieren.

Welche Normen sind für In-Situ-Prüfungen in Deutschland maßgebend?

Die grundlegende Norm ist die DIN EN 1997-2 mit nationalem Anhang. Für spezifische Verfahren gelten die DIN 18134 für den Plattendruckversuch und die DIN 18125-2 für die Dichtebestimmung mit dem Sandkegelverfahren. Im Straßenbau sind zusätzlich die ZTV E-StB bindend. Diese Normen legen die exakte Versuchsdurchführung, die erforderliche Geräteausstattung und die Auswertung der Messergebnisse verbindlich fest.

Wann ist ein Plattendruckversuch einer Dichtebestimmung vorzuziehen?

Der Plattendruckversuch misst das Verformungsverhalten des Bodens unter zyklischer Belastung und liefert direkt den Verformungsmodul als Bemessungsparameter. Er wird bevorzugt bei grobkörnigen Böden und im Straßenbau auf Tragschichten eingesetzt, wo die Steifigkeit entscheidend ist. Die Dichtebestimmung mit dem Sandkegelverfahren ermittelt dagegen den Verdichtungsgrad und eignet sich besonders für feinkörnige, bindige Böden und zur Kontrolle von Dichtevorgaben nach Proctor.

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