Es kommt leider viel zu häufig vor, dass in Neubrandenburg Bauprojekte mit unzureichenden Bodenkennwerten planerisch aufgesetzt werden und dann beim ersten Aushub im Geschiebemergel die Überraschung folgt. Die angetroffenen Konsistenzen passen nicht zu den Annahmen, der Böschungswinkel ist zu steil gewählt und die Verformungen werden zum Problem. Ein ordnungsgemäß durchgeführter Triaxialversuch hätte diese Diskrepanz zwischen Modell und Realität vermieden, denn nur der dreiaxiale Spannungszustand liefert belastbare Werte für den Winkel der inneren Reibung und die Kohäsion des anstehenden Baugrunds. Unser Labor in der Region ist auf die Prüfung bindiger und rolliger Böden spezialisiert, die für die spezifischen geologischen Formationen der Mecklenburgischen Seenplatte typisch sind, und arbeitet dabei eng mit den geotechnischen Sachverständigen zusammen, die die Baugrundgutachten für das Stadtgebiet erstellen. Gerade bei den anspruchsvollen Gründungsverhältnissen entlang der eiszeitlich geprägten Moränenlandschaft, die sich vom Tollensesee bis zum Lindetal erstreckt, erspart eine belastbare Triaxialprüfung dem Bauherrn teure Nachträge und statische Unsicherheiten. Wer vor der Ausführungsplanung in die präzise Ermittlung der Scherfestigkeit investiert, profitiert von einer wirtschaftlicheren Dimensionierung der Fundamente und einer realistischen Einschätzung der Standsicherheit.
Die Qualität einer Standsicherheitsberechnung hängt in entscheidendem Maße von den im Triaxialversuch ermittelten Scherparametern ab – geschätzte Werte führen zu unwirtschaftlichen oder unsicheren Lösungen.
Unser Ansatz
Lokaler geotechnischer Kontext
Die Bodenverhältnisse im Stadtteil Oststadt mit seinen mächtigen sandigen Ablagerungen unterscheiden sich fundamental von den bindigen Böden im Bereich um den Reitbahnsee, wo der Grundwasserstand zudem deutlich höher ansteht. Wer diese Unterschiede ignoriert und für beide Standorte mit denselben pauschalen Scherparametern rechnet, riskiert entweder eine Überdimensionierung der Baugrubensicherung oder im schlimmeren Fall ein Versagen der Verbaukonstruktion. Ein Triaxialversuch an ungestörten Proben aus beiden Zonen zeigt sofort, dass der effektive Reibungswinkel in den Sanden bei 32 bis 35 Grad liegen kann, während der undränierte cu-Wert im Geschiebemergel der Niederungsbereiche oft nur 30 bis 60 kPa erreicht. Die Investition in diese standortspezifische Analytik ist vergleichsweise gering, wenn man sie den finanziellen und terminlichen Konsequenzen einer unerwarteten Baugrundveränderung gegenüberstellt.
Normativer Rahmen
DIN EN ISO 17892-8:2018, DIN EN ISO 17892-9:2018, Eurocode 7 (DIN EN 1997-2:2010), DIN 18137-2
Verwandte Dienstleistungen
Konsolidierter undränierter Triaxialversuch (CU)
Bestimmung der effektiven Scherparameter und des Porenwasserdruckverhaltens bindiger Böden. Standardversuch für die Bemessung von Böschungen und Baugruben im Geschiebemergel der Region.
Drainierter Triaxialversuch (CD)
Ermittlung des effektiven Reibungswinkels und der Kohäsion für rollige Böden und langfristige Standsicherheitsberechnungen, etwa für Dammbauwerke oder tiefe Gründungen in den sandigen Schichten Neubrandenburgs.
Typische Parameter
Häufige Fragen
Welche Art von Bodenproben benötigen Sie für einen Triaxialversuch in Neubrandenburg?
Idealerweise ungestörte Proben in dünnwandigen Ausstechzylindern mit einem Durchmesser von mindestens 78 mm, die fachgerecht entnommen und transportiert wurden. Bei rolligen Böden arbeiten wir mit gestörten Proben, aus denen wir Prüfkörper mit der geforderten Lagerungsdichte einbauen.
Mit welchen Kosten muss ich für einen Triaxialversuch rechnen?
Die Kosten für einen Triaxialversuch liegen je nach Versuchsart und Anzahl der erforderlichen Laststufen zwischen €1.620 und €2.560. Der genaue Preis richtet sich nach dem Aufwand für die Probenvorbereitung und der geforderten Sättigungs- und Konsolidierungsdauer.
Wie lange dauert die Durchführung eines Triaxialversuchs?
Die reine Scherphase dauert je nach Durchlässigkeit des Bodens zwischen einem und drei Tagen. Die vorgeschaltete Sättigung und Konsolidierung kann bei schluffigen Proben jedoch mehrere Tage in Anspruch nehmen, sodass Sie mit einer Gesamtdauer von ein bis zwei Wochen rechnen sollten.
Welche Parameter liefert der Triaxialversuch für die Bemessung nach EC7?
Sie erhalten den effektiven Reibungswinkel, die effektive Kohäsion, den undränierten cu-Wert sowie die Steifigkeitsparameter als Sekanten- oder Tangentenmodul. Auf Wunsch stellen wir die Spannungspfade und die Mohr-Coulomb-Hüllkurve digital zur direkten Übernahme in Ihre FEM-Software bereit.
